Krieg in Europa

Eben waren wir doch noch schampar mit uns selber und den Freiheitsbeschränkungen durch Corona, resp. die Massnahmen dagegen beschäftigt.

Und nun dieser unfassbare Krieg in der Ukraine. Vieles haben wir uns vorstellen können, Desinformationkampagnen, Cyberattacken, weitere Scharmützel im Donbass. Aber eine Invasion mit Bodentruppen? Diese Bilder erinnern an Bilder des zweiten Weltkriegs. Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Ende des Kalten Krieges glaubten wir an den Sieg der westlichen, freiheitlichen, aufgeklärten Welt und die Demokratie als überlegene Staatsform.

Aber seit mindestens einem Jahrzehnt setzen sich auch "im Westen" autokratische Herscher in vermeindlichen Demokratien in Wahlen durch. Dort angelangt setzen sie alles daran, die Kontrolle über das weitere Geschehen zu erlangen. Die Demokratie verkommt so zur Farce. Wahlen sind das Ergebnis nicht mehr wert. Und nun richtet da einer dieser Autokraten mit zu viel Macht eine Katastrophe in der Ukraine an. Und signalisiert, dass die Regeln des Völkerrechts, die gemeinsam vereinbarten übergeordneten Spielregeln nicht mehr gelten.

Ich könnte hier vieles über Sicherheitspolitik, Friedensförderung, Solidarität und Neutralität schreiben, aber ich will auf etwas anderes hinaus. 

Putin betreibt Machtmissbrauch in schändlichstem Masse. Er tut dies, weil er kann, weil er glaubt, sich an keine Regeln halten zu müssen. Der Preis für die Ukraine, die Welt und Russland ist sehr hoch. Es gibt nur Verlierer/innen.

Es ist wichtig, es nie soweit kommen zu lassen. Checks and Balances auf jeder Staats-Ebene hochzuhalten. Den vermeindlich und wirklich Mächtigen auf die Finger zu schauen. Regeln der Transparenz, der Corporate Governance, des öffentlichen Beschaffungswesens bereits auf Gemeindeebene einzufordern. Mitwirkungsmöglichkeiten wie Gemeindeversammlungen oder Workshops zur Stedtli und Seegestaltung wahrzunehmen. Kontroverse Diskussionen als Element einer lebendigen Demokratie zu schätzen.

Seien wir stolz auf unsere manchmal etwas schwerfällige aber immer sich selbst regulierende Demokratie. Tragen Sie dazu bei, durch Mitwirkung, durch Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen und durch Engagements in öffentlichen Ämtern. Besten Dank. 

Eveline Gugger Bruckdorfer, 19.4.2022

Und wieder hängt ein Lockdown über uns, drohend wie ein Damoklesschwert. Omikron hätte nun wirklich nicht auch noch sein müssen. Hatten wir uns doch einigermassen eingerichtet mit Impfen und/oder Testen, Masken und den üblichen Hygiene- und Vorsichtsmassnahmen. Jeder hätte so seine Freiheit leben können.

Omikron macht da einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Das Corona-Virus zwingt uns nun seit zwei Jahren kaum vorstellbare Beschränkungen und neue Vorschriften auf. Im Gegenzug zur Beschränkung der Wirtschaftsfreiheit sind neue Unterstützungsinstrumente für ganze Branchen entstanden. Die Schweiz kann sich das für eine bestimmte Zeit leisten.

Und dennoch frage ich mich, was aus diesen neuen Erfahrungen Dauerhaftes entstehen wird? Werden die Menschen "Verpasstes" nachholen wollen? Oder haben sie die neue, beschränktere aber auch fokussiertere Situation lieb gewonnen, nehmen sie sich und ihre Ansprüche etwas zurück? Oder werden sie sich an Beschränkungen und neue Leistungen gewöhnt haben und auf beides nicht mehr verzichten wollen?

Ich sehne mich nach Solidarität aus Eigenveranwortung (nicht staatlich verordnet), nach neuen Freiheiten (und Risiken), nach Wohlwollen und Achtsamkeit und Miteinander, alles ganz freiwillig.

Ich wünsche uns allen einen guten Start ins neue Jahr!

Eveline Gugger Bruckdorfer, 27.12.2021

Das Kleingewerbe wurde von Corona, resp. den einschränkenden Massnahmen zur Bewältigung der Pandemie, hart getroffen. Schliessungen, Abstandregeln, Masken- und Zertifikatspflicht haben das Konsumverhalten verändert. Die Menschen bleiben mehr zuhause und bestellen im Internet. Das ist hart für die Lädeler und Beizerinnen. Nun stehen sie nicht nur im Konkurrenz zu einander, sondern auch zum Zuhause bleiben.

Was tun nun die Lädeler und Beizerinnen? Lassen sie sich etwas einfallen, was das Einkaufen und Konsumieren bei ihnen einmalig macht? Was neugierig macht und sogar aus der warmen Stube lockt? Einige ja, herzlichen Dank! So ein unerwartetes Raclette füllt die Plätze!  

Andere hingegen wollen einen Konsumzwang einfordern und versuchen mit schlechtem Gewissen zu operieren. Ob das gut kommt?

Egal wie, was ich draussen vorfinde, muss attraktiver sein als die eigene Stube und Küche. Ich freue mich auf die Kreativität von Lädelerinnen und Beizern, gerade auch in der kommenden Winterzeit. Lasst euch etwas einfallen und die Kundinnen und Kunden werden euch finden!

Eveline Gugger Bruckdorfer, 13.11.2021

Die Filmcrew von MadHeidi ist seit Wochen abgezogen, so still und leise wie sie gekommen ist.

Aus Neugier habe ich mir den Newsletter abonniert. Und stelle fest, andere Locations haben den Rummel um den mit Crowdfunding finanzierten Film genutzt und sich in die Filmscheinwerfer gestellt. Nicht so Erlach. Hier wird befürchtet, man würde in den max. 2 Filmminuten Erlach erkennen und es würde ein schlechtes Bild auf Erlach werfen. Anstelle von Gratiswerbung Bedenken aller Orten.

Aus liberaler Sicht war und ist dieses Projekt und der Filmdreh in Erlach zu unterstützen. Eigeninitiativ mit vielen kleinen privaten Mitteln finanziert, hochprofessionell in der Umsetzung kann man den Produzent/innen nur zu ihrem Mut gratulieren. Ich bin sicher, wird der Film ein Erfolg, sind auch wir Erlacher/innen ein bisschen stolz und werden die Erlacher Sequenzen im Film suchen. Und wir werden bedauern, dass wir die Einzigen sind, die sie finden.

Liberale Politik steht auch dafür, Möglichkeiten zu schaffen und Gelegenheiten zu nutzen.
Kunst und Kultur sollen anregen, aufregen und auch unterhalten: MadHeidi, mission accomplished!

Eveline Gugger Bruckdorfer, 10.11.2021